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Fragen an Frau Wincenty

Stellen Sie sich bitte kurz vor!

Mein Name ist Nannette Wincenty  Ich bin Kinderärztin und Psychotherapeutin und leite den medizinischen Bereich an der Carl-von-Linné-Schule  Ich bin verheiratet und habe zwei Töchter, die schon erwachsen sind. Eine Tochter war selbst 12 Jahre Schülerin unserer Schule

Beschreiben Sie Ihre Tätigkeit an der Schule!

Ich wirke an allen Aufnahmegesprächen in der Schule mit und lege gemeinsam mit den Eltern und den Pädagogen fest, welchen Bedarf an Ptlege und Therapie das betreffende Kind hat. Ich organisiere dies mit meinen Mitarbeitern, treffe Absprachen mit den Pädagogen, damit sich Pflege und Therapie möglichst reibungslos in den Schulalltag einfügen können. Ich bin Ansprechpartnerin für alle Ängste und Nöte der Kinder, ihrer Eltern
sowie der Pädagogen. Ich versuche zu helfen oder Hilfe zu vermitteln. Ich kümmere mich gemeinsam mit den Krankenschwestern und Pflegem um akute Erkrankungen oder Unfälle. Wir leiten in solchen Fällen die  notwendigen Maßnahmen ein. Ich berate die Pädagogen in allen Fragen der Behinderung und Erkrankung ihrer Schüler.

Welche Ausbildung braucht man für die Tätigkeit?

Man muss 6 Jahre an der Universität Medizin studiert haben. Danach schließt sich eine 5-jährige Facharztausbildung zum Facharzt für Kinder - und Jugendmedizin an. In meinem Fall ist noch eine 3-jährige Psychotherapieausbildung hinzugekommen.

Wie viele Mitarbeiter haben Sie und welche Aufgaben haben diese?

Zu meinem Bereich gehören vier Krankenschwestern, ein Krankenpfleger, 10 Physiotherapeutinnen und eine Ergotherapeutin.
Die Krankenschwestem und Pfleger haben die Aufgabe, alle regelmäßigen pflegerischen Tätigkeiten durchzuführen, wie Katheterisieren, Inhalationen, Diabetesversorgung, Trachealkanülenpflege, Sondieren von Nahrung, Medikamentengaben und zum Teil Toilettenhilfen bei sehr
schwer behinderten Kindern. Des weiteren sind die Krankenschwestern für alle akuten Krankheitsfälle und Notfälle zuständig.
Die Therapeuten führen die Therapien durch und beraten Eltern und Pädagogen. Sie passen Sitzplätze an und vermitteln die Versorgung mit Hilfsmitteln.

Wie wichtig ist es Ihnen, dass die medizinische Abteilung direkt an der Schule ist?

Dies ist mir sehr wichtig, ermöglicht es uns doch sehr nahe an den Kindern und ihren Problemen zu sein und sehr schnell eingreifen und helfen zu können. Mir ist aber auch bewusst, dass dies fast ein Luxus ist. Keine andere Berliner Sonderschule hat eine solche Abteilung direkt an der
Schule und es war in den vergangenen 20 Jahren ein stetiger Kampf, die Abteilung in dieser Form zu erhalten. Wir haben es vor allem der Bürgermeisterin, Frau Emmerich, zu verdanken, dass wir das Pflegepersonal noch haben, welches nach dem Willen des Senats abgeschafft wer-
den sollte. Frau Emmerich hat uns im Interesse unserer behinderten Schüler immer unterstützt und die Amtsärztin, Frau Dr. Wein, sowie der Gesundheitsstadtrat, Herr Räßler - Wolf, haben mit uns nach Wegen gesucht, den Bereich weiter zu erhalten.

Was macht Ihnen an Ihrer Arbeit besonders viel Freude?

Wenn Eltern mit ihren Kindern zum Aufnahmegespräch kommen und sagen, hier sieht es aber nett aus, nicht wie in einem Krankenhaus und überhaupt ist der Ton in der Schule  ganz anders als in anderen Schulen, dann sehe ich, dass sie sich angekommen fühlen und uns ihr Kind gern
anvertrauen.  Dann weiß ich, dass dies von unschätzbarem Wert ist, haben die Eltern mit ihren Kindern doch oft schon einen langen, zum Teil leidvollen Weg hinter sich gelassen. Wenn sie uns vertrauen, dann ist das für mich ein sehr schönes Gefühl. Schließlich haben wir dann viele ge-
meinsame Jahre vor uns, in denen nicht immer alles glatt Iaufen kann, aber dieses erste Vertrauen, was ganz am Anfang entsteht, ist der Grundstein, um später alle Höhen und Tiefen gemeinsam zu meistern. In den allermeisten Fällen gelingt es, dieses Veltrauen aufzubauen. Es macht
mir viel Freude, mit den Eltern und ihren Kindern zu arbeiten, mit ihnen über Ängste und Nöte zu sprechen, wenn sie es wünschen nach Hilfe zu suchen oder einfach nur da zu sein und zu sagen, wir kümmern uns um ihr Kind, wir verstehen, was sie wollen und was sie bedrückt. Mir macht es
auch große Freude, mit den Pädagogen zu arbejten, denn nur gemeinsam haben wir eine Chance, Vertrauen aufzubauen, es zu erhalten und die Kinder in ihrer Entwicklung weiter zu bringen.

Nannette Wincenty

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