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Sonntag, 24.06. 2018

Nach einer mehrwöchigen intensiven Vorbereitungsphase ging es am Sonntag, den 24.06.2018, endlich los. Es begann mit einer 8-stündigen sehr anstrengenden Busfahrt. Auf teilweise rumpligen Straßen ging es vorbei an vielen Feldern. Endlich in Krakau angekommen, liefen wir mit unseren Koffern zum Hostel. Das Hostel lag sehr zentral direkt am Florianstor und war mit schnellem W-Lan ausgestattet. Dann ging es direkt in ein nahe gelegenes Restaurant. Am Ende fielen wir müde und satt ins Bett.

 

Montag, 25.06.2018

Nach einer guten Portion Schlaf haben wir ordentlich gefrühstückt.

Dann ging es los auf einen Stadtrundgang durch Krakau zur Geschichte der polnischen und jüdischen Gesellschaft in der Zeit der deutschen Okkupation während des zweiten Weltkrieges. Wir waren an sehr interessanten Orten, wie zum Beispiel der Jagellionischen Universität. Diese Universität war ein wichtiger Ort, an dem die polnische Intelligenz von den Nazis heimtückisch gefangen genommen und ermordet wurde. Dies geschah, um einen potentiellen Widerstand zu unterbinden.

Danach gingen wir zum Wawel, an dem der Gouverneur des deutschen Generalgouvernements, Hans Frank, wohnte und regierte. Von dort aus wurden zahlreiche Ermordungen und Plünderungen geplant.

Nach einer kleinen Stärkung ging es weiter ins jüdische Viertel und zum angrenzenden Ghetto Podgorze. Besonders beeindruckt hat uns die Geschichte des Apothekers Tadeusz Pankiewicz, der im Ghetto gearbeitet und vielen geholfen hat. Dadurch wurde er zum stillen Helden. 50 Jahre später bekam er einen Dankesbrief eines Überlebenden aus Australien. Das Mahnmal auf dem Platz vor der Apotheke war beeindruckend und warf die Frage auf, warum die Stühle dort stehen.

 

Zum Abschluss des Stadtrundganges haben wir uns die Reste der Ghettomauer angesehen.

Insgesamt war es ein informativer und interessanter Stadtrundgang, den unsere Lehrerinnen Frau Klinke und Frau Heijenga für uns geplant und durchgeführt haben. Es war ein guter Einstieg für die kommenden Besuche der Gedenkstätten.

 

Dienstag, 26.06.2018

Auschwitz I - Das Stammlager

Heute haben wir uns den ersten Teil der Gedenkstätte angeschaut.

Die Baracken waren so klein, dass es schwer vorstellbar ist, wie viele Menschen darin eingepfercht waren. 1.3 Millionen Menschen wurden nach Auschwitz gebracht, wovon lediglich 200.000 überlebt haben. Zu einer besseren bildlichen Vorstellung hingen Bilder der Opfer an den Wänden der Baracken. Die ausgestellten Hinterlassenschaften wie Haare, Brillen, Koffer und Schuhe wirkten erschreckend und bedrückend, vor allem, da dies nur einen Bruchteil der Gegenstände darstellte.

Das Abschneiden der Haare und Eintätowieren der Nummern stellte einen Identitätsraub dar. Auch die gezeichneten Bilder der Überlebenden gaben einen Einblick in den Tagesablauf der Opfer. Außerdem wurden Gipsmodelle ausgestellt, welche zeigten, wie die massenweisen Deportationen in Viehwaggons stattfand. Ein weiteres Modell zeigten den Leidensweg der Deportierten von der Rampe bis zu den Gaskammern und Krematorien.

Später waren wir dann genau an dem Ort,

an dem die Menschen auf solch grausame

Art ermordet wurden.

Es war ein unglaublich beklemmendes und

erschreckendes Gefühl.

Außerdem haben wir von Mengeles Menschenversuchen erfahren, was für die meisten von uns völlig neu war. Dieses Thema wurde uns leider etwas zu kurz thematisiert, weshalb wir uns damit sicherlich noch ausgiebiger beschäftigen werden.

Das Gewitter am Ende der Führung passte zu unserer Stimmung.

 

Befremdlich fanden wir das Verhalten einiger Besucher, die beispielsweise Selfies vor dem Lagertor schossen oder sich vor der Todesmauer küssten.

Wir finden, dass man mit Ehrfurcht auf die Vergangenheit schauen und eine Lehre daraus ziehen sollte, sodass so etwas einmalig in der Geschichte bleibt.

 

Mittwoch, 27.06.2018

Besuch von Auschwitz- Birkenau

Heute haben wir uns das Vernichtungslager Auschwitz II Birkenau angesehen.

Zuerst sahen wir uns die alte Rampe, welche wirklich die meiste Zeit (bis 1944) in Benutzung war. Diese war von Anfang an für die Selektion der Opfer bestimmt. Dann gingen wir zum Männerlager, welches eher an einen Tierstall erinnerte (wofür es ursprünglich auch vorgesehen war). 400 Männer teilten sich eine Baracke, dies waren ca. 14 Personen pro Dreifach-Stockbett.

 

In der nächsten Baracken konnten wir die Latrinen sehen. Während der Besichtigung hörten wir von unseren Lehrerinnen verschiedene Zeitzeugenberichte, sowohl aus der Opfer- als auch der Täterrolle. Das war sehr interessant und diente der Anschaulichkeit der Verhältnisse im Lager.

Dann gingen wir zur neuen Rampe, die direkt im Lager endete und die wir bereits von vielen Bildern aus der Vorbereitungszeit kannten. Die Gleise endeten in einem später errichteten Denkmal. In den Sprachen der Opfer aus allen Ländern hatte man dort Worte der Erinnerung und Mahnung in verschiedenen Tafeln verewigt.

Dann liefen wir zu einer der drei Gaskammern,

die jedoch nahezu völlig zerstört waren,

aber dennoch wesentlich größer als die Gaskammer

in Auschwitz I.

Die Gaskammern in Birkenau waren zerstört, da die Nazis

vor dem Einmarsch der sowjetischen Truppen diese

 in die Luft gesprengt hatten, um die Beweise der Vernichtung zu zerstören.

 

An den Klärwerken vorbei gelangten wir zur sogenannten Sauna. Dort mussten sich die Häftlinge ausziehen, ihre Haare wurden geschoren und ihnen wurde eine Nummer eintätowiert. Dort wurden sowohl sie als auch ihre Kleidung desinfiziert. Hier fand eine zweite Selektion für arbeitsfähige Häftlinge statt. Das bedeutete eine Entscheidung über Leben und Tod.

Die Kleidung und andere Habseligkeiten wurden dann in „Kanada“ gelagert. Kanada wurde damals mit Reichtum verbunden, daher der Name für das Aufbewahrungslager.

Der Besuch von Birkenau machte uns noch einmal die Dimensionen der Vernichtung und das Ausmaß der Grausamkeiten bewusster. Die Zustände waren für uns unvorstellbar und auch die Größe des Lagers überstieg unsere Vorstellungskraft.

 

Donnerstag, 28.06.2018

Besuch des Schindler Museums

Zuerst führte uns unser Weg zur alten Synagoge und zum jüdischen Friedhof. Leider konnten wir die Inschriften der Grabsteine nicht lesen, da sie auf Hebräisch geschrieben waren. Auf den Gräbern lagen kleine Steinchen drauf und zum Teil auch Briefe. Im Anschluss gingen wir in die angrenzende Synagoge. Im Vergleich zu den Berliner Synagogen war sie sehr klein.

 

Danach gingen wir zur ehemaligen Adler Apotheke von Tadeusz Pankiewicz. Er war ein nicht jüdischer Apotheker, der eine Ausnahmegenehmigung erhielt, um weiter im jüdischen Ghetto arbeiten zu dürfen. Das nutzte er, um der dort lebenden jüdischen Bevölkerung zu helfen. Die Ausstellung war multimedial gestaltet und erzeugte dadurch einen sehr plastischen Ausdruck der damaligen Zeit.

Weiter ging es ins Oskar Schindler Museum.

Die Ausstellung stellte die Zeit von den zwanziger Jahren über die Zeit der deutschen

Okkupation bis zur Befreiung Krakaus 1945 dar. Es gab viele originale Ausstellungsstücke wie Fotos, Audiomitschnitte, Plakate, Uniformen, Waffen, Nachbauten von Straßenbahnen und auch einen 35-minütigen Film. Besonders eindrucksvoll war der Flur der Bekanntmachungen, weil dort gut nachvollziehbar wurde, was die deutsche Besetzung eigentlich bedeutete und welche Einschränkungen dadurch für die jüdische Bevölkerung entstanden. Dort waren außerdem unzählige Hakenkreuze auf den Wegen eingelassen, um zu verdeutlichen, dass alles was jetzt passierte, auf dem Boden der verbrecherischen nationalsozialistischen Politik geschah.

Die Ausstellung endete in einem runden, sehr hellen Raum, in dem auf Säulen Zitate der überlebenden Ghettobewohner standen.

In diesem Museum wird auch an Oskar Schindler erinnert, der viele jüdische Menschen in seiner Emaillefabrik beschäftigte und damit vor der Deportation rettete.

Dieses Ereignis nehmen wir zum Anlass, uns noch einmal näher mit dem Leben Oskar Schindlers zu beschäftigen.

 

Abschließend lässt sich sagen, dass die Zeit in Krakau und Auschwitz sowohl für die SchülerInnen also auch für die LehrerInnen sehr intensiv und emotional war. Es bleiben auch viele fragende Eindrücke, auf die es erstmal keine Antwort gibt. Dennoch war diese Fahrt eine Bereicherung. Auch die Gruppendynamik war eine Besondere. Es waren die Richtigen, die mitgefahren sind. Es war eine gute Gruppe.

 

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